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Wird die Homöopathie von den Krankenkassen bezahlt?

Ja, die Homöopathie wird von den Krankenkassen bezahlt, wenn sie die entsprechende Zusatzversicherung abgeschlossen haben, die auf privater Basis beruht.
Neu, ab 2012, werden wiederum die fünf Komplementärmedizinischen Formen (Traditionelle chinesische Therapie die TCM, Physiotherapie, Homöopathie, Neuraltherapie und die anthroposophische Medizin) für 6 Jahre wieder in die obligatorische Grundversicherung aufgenommen. Das Ziel und der Zweck dient einzig darum deren Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit zu prüfen. Diese Leistungen werden NUR bezahlt, wenn der Arzt den entsprechenden Fähigkeitsausweis Homöopathie SVHA/FMH hat. Dies sind zur Zeit ca. 300 Ärzte schweizweit.)

Gibt es ein homöopathisches Mittel gegen Migräne?

Nein, es gibt in der Homöopathie nicht ein spezifisches Migränemittel. Die HomöopathInnen müssen das individuell angezeigte Mittel finden, das zur Gesamtsymptomatik des Patienten passt. Es gibt keine Mittel gegen Krankheiten in der Homöopathie, es gibt nur Mittel für Menschen, die krank sind. 

Kann ich mein homöopathisches "Migränemittel" auch meiner Tochter verabreichen, die auch an Migräne leidet?

Nein, Sie können ihr Mittel nicht ihrer Tochter geben, denn sie bekommt ihr eigenes individuelles Mittel, ausgewählt nach ihren Symptomen. 


Ist Homöopathie eine Glaubenssache, sprich: nur ein Placeboeffekt?


Nein, homöopathische Mittel wirken auch bei Säuglingen und Tieren, wo die psychologische Beeinflussung und das Daran-Glauben sicher weniger zum Tragen kommen. Grundsätzlich gibt es aber bei jeder medizinischen Behandlung einen gewissen Placeboeffekt (gefallen wollen), was nicht zu unterschätzen und positiv zu werten ist. Es gibt übrigens auch das umgekehrte, den Noceboeffekt: Wer glaubt, etwas sei schädlich, dem schadet es auch.

Hat die Homöopathie wirklich keine Nebenwirkungen?


Bei längerem unsachgemässem Gebrauch einer homöopathischen Arznei kann es zu unangenehmen Krankheitserscheinungen, sogenannten Nebenwirkungen kommen und zwar als ungewollte Arzneimittelprüfung. Was in der Schulmedizin zu den Nebenwirkungen gerechnet wird, zählt man in der Homöopathie zu den Wirkungen der Arznei. Es kann vorkommen, dass sehr sensible Menschen überempfindlich auf ein Mittel reagieren können. Diese Symptome verschwinden jedoch normalerweise nach kurzer Zeit von selbst wieder, wenn man diese Arznei nicht weiter einnimmt oder wenn deren Arzneiwirkung nachlässt.

Ist eine Erstverschlimmerung bei einer homöopathischen Behandlung positiv?


Eine Erstverschlimmerung zeigt, dass der Patient auf das Mittel reagiert hat. Kommt es anschliessend zu einer Besserung, kann man davon ausgehen, dass das Mittel richtig gewählt wurde.

Es gab keine Erstverschlimmerung, heisst das, dass die Homöopathie dann nicht wirkt?


Nicht jeder Patient bekommt zwingend eine Erstverschlimmerung. Es ist eher die Regel, dass sehr wenige Patienten eine Erstverschlimmerung erleben. Eine Heilung beginnt auch ohne Verschlimmerung oder Verstärkung der Symptome.

Kann ich mich und meine Kinder mit homöopathischen Mittel auch selbst behandeln?


Die Frage ist eher: Wie gut kenne ich mich aus, und wie gut kenne ich die Grenzen meiner eigenen Möglichkeiten.
Gegen eine verantwortungsvolle Eigenbehandlung auch in Absprache mit dem Homöopathen ist generell nichts zu sagen, solange eine ausreichend genaue Dokumentation erfolgt, die ermöglicht, alle Reaktionen auf die gegebenen Arzneien auszuwerten. Das gilt insbesondere für den häufigen Fall, dass die Selbstbehandlung akuter Krankheiten misslingt.
Grundsätzlich gehören homöopathische Medikamente in die Hände des Homöopathen.
Sie können sicherlich sich und ihre Kinder selber behandeln, aber die Gefahr besteht darin, dass sie eher dazu neigen, nur die Symptome zum Verschwinden zu bringen, statt ganzheitlich und mit dem nötigen medizinischen und pathophysiologischen Wissen zu behandeln.

Welche Erkrankungen können homöopathisch behandelt werden?


Jede Erkrankung basiert, homöopathisch betrachtet, auf einer Störung der Lebenskraft, die es erst ermöglicht, dass Beschwerden und Krankheiten entstehen können. Durch die Behandlung wird die Lebenskraft wieder so gestärkt, dass der Mensch sich im Gesamten selbst heilen kann. Deshalb kann prinzipiell jede Erkrankung homöopathisch behandelt oder zumindest begleitet werden. Es kann eine schulmedizinische Betreuung unter Umständen angebracht sein. Häufig finden PatientInnen den Weg zur Homöopathie über eine akute Erkrankung ihrer Kinder, wie beispielsweise einen Atemwegsinfekt und entdecken dann, dass auch viele chronische Beschwerden durch die Homöopathie gelindert oder geheilt werden können. Viele PatientInnen suchen gerade wegen chronischer Beschwerden wie Allergien, Hauterkrankungen, Migräne, MDT oder Menstruationsstörungen die HomöopathInnen auf.
Der mögliche Behandlungserfolg ist vor allem bei chronischen Leiden von verschiedenen Faktoren wie etwa Schwere und Dauer der Erkrankung, Länge der Behandlung, etc., abhängig. Ein Vorgespräch mit Ihrem Therapeuten/Ihrer Therapeutin wird Ihre Fragen diesbezüglich klären können.
  
Mit Klassischer Homöopathie können fast alle Krankheiten behandelt werden, auch wenn sie im Allgemeinen als unheilbar angesehen werden. Homöopathisch behandelbar sind v.a. chronische Krankheiten, wie Rheuma, Heuschnupfen, Asthma, Depressionen und andere Gemütserkrankungen; ständig wiederkehrende Erkrankungen wie z.B. Anginen, Mittelohrentzündungen und Erkältungen, Migräne und Menstruationsbeschwerden sprechen gut auf eine homöopathische Behandlung an und sind genau das überlegene Einsatzgebiet der Klassischen Homöopathie.
Entwicklungsverzögerungen, Lernschwierigkeiten, Schlaf- und Zahnungsprobleme und die um sich greifenden Probleme mit Aufmerksamkeitsstörungen und/oder Hyperaktivität lassen sich gut homöopathisch behandeln. Bei weit fortgeschrittenen Krankheitszuständen, welche bereits irreversible Gewebeschäden aufzeigen, lässt sich in vielen Fällen noch Linderung erreichen. Bei Krankheitszuständen, die einen chirurgischen Eingriff notwendig machen (z.B. offener Unterschenkelbruch, akute Blinddarmentzündung) oder im Anschluß an eine Tumorbehandlung kann der Genesungsprozess homöopathisch unterstützt werden.

Gibt es Grenzen in der Homöopathie?


Die Grenzen der Homöopathie finden sich z.B. bei irreversiblen Gewebsverlusten oder wenn lebensrettende chirurgische Interventionen notwendig werden. Wenn der Patient nicht in der Lage ist, aktiv an der Fallaufnahme teilzunehmen oder wenn wichtige Informationen verloren gehen, kann dies auch erschwerend auf die homöopathische Behandlung einwirken. Natürlich können Grenzen auch in der Wahrnehmung und Professionalität des Behandlers begründet sein.
  
Noch relativ unbekannt sind die außergewöhnlichen Präventionsmöglichkeiten der medizinischen Homöopathie. Sie bietet die Möglichkeit, schon lange vor der "Chronifizierung und Manifestierung der Krankheitszeichen" harmonisierend im Menschen zu wirken. Das heisst, dass zu einem späteren Lebensabschnitt diese Beschwerden nicht oder deutlich schwächer auftreten.

Ich leide an einer chronischen Krankheit und nehme die Medizin, die mir mein Arzt verschrieben hat ein. Kann ich trotzdem eine homöopathische Behandlung anfangen?

Ja, das können Sie in den meisten Fällen. Zuerst einmal ist es wichtig, dass ihr behandelnder HomöopathInn weiss, welche Präparate sie nehmen, das betrifft sowohl ärztlich verordnete Medikamente wie auch Vitamine und naturheilkundliche Mittel. Ebenso wichtig ist es zu erfahren, welche Wirkungen und Nebenwirkungen Sie durch diese Präparate haben. Die Erfahrung zeigt, dass es bei erfolgreicher homöopathischer Behandlung häufig möglich ist, mit seinem Arzt über eine Reduzierung der Dosis oder einem eventuellem "ausschleichen" der Medizin unter ärztlicher Aufsicht zu sprechen.

Kann ich mich homöopathisch impfen lassen?


Ich habe gehört, das man sich homöopathisch Impfen lassen kann, ist das richtig?
Leider hört und liest man das immer wieder in einschlägigen Foren und Zeitschriften, dass es homöopathische Mittel gibt, die man verwenden kann um sich zu impfen. Das ist nicht ganz korrekt. Es gibt homöopathische Medikamente, die man im ersten akuten Moment anwenden kann, wenn der Verdacht auf eine solche Erkrankung besteht. Später aber muss man doch individualisieren und weitere Mittel durch den qualifizierten klassischen Homöopathen suchen. Man kann nur das behandeln, was an Symptomen ersichtlich ist, aber niemals ein Mittel einnehmen für einen homöopathischen Schutz gegen eine Infektions-Krankheit. Sie können sich prophylaktisch, das heisst auch wenn sie im Moment KEINE offensichtlichen Beschwerden und Symptome haben, homöopathisch behandeln lassen. Der Zweck darin liegt, sie in ihrer Gesundheit/in ihrem Wesen zu stärken, somit ist man weniger Anfällig für exogene Faktoren. (von aussen)